Plakatausstellung „ …denen mitzuwirken versagt war. Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit“
Eine Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
von Dr. Anna Kaminsky und Alexander Frese,
unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bunderepublik Deutschland
am Gymnasium Landschulheim Marquartstein
Die Plakatausstellung „ …denen mitzuwirken versagt war. Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit“ umfasst insgesamt 20 Plakate und sie zeigt die Biographien von 30 mutigen Menschen, Frauen und Männern, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone und in der frühen DDR für Demokratie und Freiheit einsetzten und sich dabei höchster Gefahren aussetzten, ja gar teilweise ihr Leben aufs Spiel setzten.
Die ersten drei Plakate befassen sich mit der Entstehung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Grundrechte, die in dem Grundgesetz verankert sind. Als Kontrast hierzu, zur freiheitlich demokratischen Grundordnung in der BRD werden der Aufbau eines diktatorischen, kommunistischen Systems nach sowjetischem Vorbild in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Aufbau der SED-Diktatur in der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1953 aufgezeigt. Die übrigen Plakate stellen die Biographien der mutigen ostdeutschen Demokraten in den Mittelpunkt, die sich in der SBZ und der frühen DDR von 1945 bis 1953 für Freiheit, Demokratie und Grundrechte einsetzten. Auf jedem Plakat werden jeweils zwei Oppositionelle dargestellt und ihr Tun. Dabei werden dem Betrachter auch die Konsequenzen vor Augen geführt, welche das mutige Handeln der ostdeutschen Demokraten gegenüber einem diktatorischen Regime zur Folge hatte. QR-Codes ermöglichen zudem eine weitere Vertiefung mit dem Thema.
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Bearbeiter der Ausstellung, Anna Kaminsky und Alexander Frese, beschreiben die Ausstellung folgendermaßen:
„(…) Unterstützt von den westlichen Siegermächten – den USA, Großbritannien und Frankreich – konnte sich in den westdeutschen Besatzungszonen und der späteren Bundesrepublik nach der zwölfjährigen Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten eine freiheitliche Demokratie entwickeln. Die sowjetische Besatzungsmacht errichtete in ihrer Zone, der späteren DDR, eine kommunistische Diktatur. Doch auch dort war der Wunsch nach Freiheit, Recht und Demokratie stark. Das Grundgesetz, am 23. Mai 1949 verkündet, legte den Grundstein für die freiheitliche Demokratie in der Bundesrepublik. Als Gegenentwurf zur nationalsozialistischen Diktatur, stellt die neue Verfassung die individuellen Grundrechte als Abwehrrechte gegen den Staat an erste Stelle. Zwar gab sich auch die DDR eine Verfassung, in der von Demokratie und Bürgerrechten die Rede war. Diese waren aber schon auf dem Papier erheblich eingeschränkt. Die DDR-Verfassung war vor allem eine scheindemokratische Fassade für die kommunistische Herrschaft. Trotz großer Gefahr setzten sich in SBZ und DDR immer wieder viele Menschen für Demokratie und Freiheit ein. Ihnen möchte die Ausstellung ein Denkmal setzen und ihr unerschrockenes Bekenntnis für die Prinzipien einer freiheitlichen Demokratie würdigen. Die Ausstellung porträtiert 30 Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft und politischer Überzeugung, die sich in den ersten Jahren nach 1945 auf verschiedene Art und Weise für demokratische Grund- und Freiheitsrechte einsetzten. Sie engagierten sich unter großen persönlichen Risiken für jene Rechte, die für die Menschen im Westen Deutschlands mit dem Grundgesetz selbstverständlich waren. Mit dieser Ausstellung wollen wir diesen mutigen Frauen und Männern ein Denkmal setzen, ihren Mut und Idealismus würdigen. Viele bezahlten ihn mit ihrem Leben oder langen Haftstrafen. Die Biographien und Schicksale zeigen die Bedeutung des Rechtsstaats und die Verletzlichkeit der Demokratie, verdeutlichen die Brutalität autoritärer Systeme und die Gefahren von Wegschauen und Anpassung.“
Die Ausstellung „ …denen mitzuwirken versagt war. Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit“ ist in der Zeit vom 17. März – 09. April 2025 im Kulturraum (S. 01) des Gymnasiums Landschulheim Marquartstein zu sehen. Die Ausstellung ist für alle Interessierten offen zugänglich. Im Namen der Schule würde ich mich sehr auf einen regen Besuch freuen.
Montag, 17. März – Donnerstag, 20. März 2025: 8.00 – 18. 00 Uhr
Freitag, 21. März 2025: 8. 00 – 13. 00 Uhr
Montag, 24. März – Donnerstag, 27. März 2025: 8. 00 – 18. 00 Uhr
Freitag, 28. März 2025: 8. 00 Uhr – 13. 00 Uhr
Samstag (Tag der Offenen Türe), 29. März 2025: 9. 30 – 13. 00 Uhr
Montag, 31. März – Donnerstag, 03. April 2025: 8. 00 Uhr – 18. 00 Uhr
Freitag, 04. April 2025: 8. 00 Uhr – 13. 00 Uhr
Montag, 07. April – Mittwoch, 09. April 2025: 8. 00 – 18. 00 Uhr
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Markus Landsherr, Fachschaftsleiter für Geschichte